Wanderausflug AH TSV1892 Wiernsheim

12 – 15.9.2014 Villnöß (Dolomiten)

 

Zum gefühlten hunderten Mal traf sich die AH des TSV1892 um Berge zu erklimmen und die durch intensives Fußballtraining gewonnene Kondition auf den Prüfstand zu stellen. Um es vorweg zu nehmen, alle kamen gesund und mit allen eingebauten Ersatzteilen wieder sicher nach Hause.

 

Tag 1 Anfahrt „Quo Vadis – Kühlflüssigkeit“

 

Traditionell trafen sich die 8 Wanderer pünktlich und bei leichtem Nieselregen um 5 Uhr auf dem Marktplatz in Wiernsheim um sich mit warmen Brezeln von Bäcker Meeh den Ranzen voll zu stopfen. Gestärkt traten die Recken nun die rd. 6 stündige Fahrt in 2 Fahrzeugen an um sich zum ersten Stopp an der Raststätte Allgäuer Tor einzufinden. Doch vorerst mussten wir gleich mal an der Raststätte  Sindelfinger Wald raus, da sich am slowakischen Qualitätsfabrikat Warnleuchten bemerkbar machten. Das ein niedriger Kühlflüssigkeitstand nicht immer zwingend mit fehlendem Bier zu tun hat war wohl in der Vorfreude auf das Wandererlebnis übersehen worden. Schnell wurde fachmännisch nach dem Kühlflüssigkeitsbehälter gesucht, wobei 5 Augenpaare dann zusammen den richtigen Behälter fanden und das kühlende Wasser letztlich auch einfüllten. Ein kurzer Start des Motors, Achtung - auskuppeln nicht vergessen, denn sonst reitet man auf dem Anlasser den Parkplatz entlang - und schon waren alle Warnlampen erloschen. Die Fahrt konnte also, nachdem sie ja erst vor 15 Minuten begonnen hatte, fortgesetzt werden.

 

Durch ziemlich mieses Regenwetter in Ulm, um Ulm und um Ulm herum, fanden wir dann doch noch den Weg zum Allgäuer Tor. Gerechte Aufgabenteilung im Fahrzeug, 2 fahren und 2 schlafen. Und auch das zweite Nachzüglerfahrzeug fand sich innerhalb kurzer Zeit ohne eine weitere Panne am Rastplatz ein. Schnell ein Schnäppchenkaffee für 4,99 EURO und schon geht’s weiter Richtung Italien. Doch zuerst mal durch Österreich und ja, dem geneigten Leser sei verraten, dass wir uns auch ein Pickerl für 9 Euro gegönnt hatten. Vorbei am Zugspitzblatt und durch schöne Bergwelten mit Vollgas den Brenner hoch und auch hier 9 Stütz Maut liegen lassen. Leider drückte der Kaffee vom Allgäuer Tor schon wieder mächtig ins Gebälk, sodass wir auch die Italienischen Raststätten wieder zur Bewässrung aufsuchen mussten.


 

Nach einigen Umwegen und negierten Abkürzungen kamen beide Fahrzeuge auch nahezu zeitgleich am Parkplatz an. Kurz die Buxe angezogen und einen Schluck TL aus der Pulle zum Start um 9 Uhr rein geschüttet und los gings. Durch sanfte Wälder, aber stetig bergauf kamen wir auch umgehend leicht ins transpirieren. Einer Ausreisergruppe von 2 Personen reichte der Grad der Anstrengungen nicht aus, sodass Sie sich für die steileren und vermeidlich schnelleren Wege direkt durchs Dickicht aufmachten um sich dann später auf einer Anhöhe wiederzufinden. Wir würden zwar nicht sagen, dass die 2 sich verlaufen hätten, nein, aber knapp dran wars schon. Doch wozu hat man heute GPS und so konnte die Ortung zum richtigen Weg wieder hergestellt werden. Und mit einiger Verspätung traf man dann auch schon zum ersten Bier mit kleiner Stärkung in der ersten Hütte ein.

 

Bier macht beim Wandern die Beine schwach, das weiß man, oder auch nicht. Auf jeden Fall merkten wir jeden Schritt sofort und die Flüssigkeit drang uns als Rinnsal aus den Poren. Das Bier war dann aber doch schnell verarbeitet und so konnten wir nach 1,5 Stunden mehr oder weniger strengem Fußmarsches in die Refugio Genova oder auch Schlüterhütte auf 2306 Meter einziehen. Luxus sieht zwar anders aus, aber ein 3 Bett Zimmer mit Etagendusche ist allemal besser als ein Matratzenlager mit Kaltwasserspender.

 

Den Hausberg haben wir an diesem Tage auch noch erklommen was, in Verbindung mit der bereits am Mittag durchnässten Unterwäsche, also mit Schweiß durchnässt (nichts anderes, d.R.) einige, aber nicht alle Wanderer dazu veranlasste, in die Einmannwaschzelle zu steigen. Und weil wir Schwaben sind, haben wir auch sogleich die Gunst der Stunde genutzt um das schier Unmögliche möglich zu machen.

Ja, wir haben in der Einmaschdusche zu zweit geduscht. Und falls dem findigen Leser nun Fantasiebilder in den Kopf schießen sollten, hierzu sei gesagt, nein, es ist nichts passiert.

 

Nach einem mäßigen bis mittelmäßigem Abendessen musste die Kompensation der entgangenen Geschmackserlebnisse nun in flüssiger Form erfolgen, was auch sehr gut gelang. Bei lustigem Kartenspiel mit für einige Kollegen doch unverständlichen Spielregeln konnte der Tagessieger, oder besser Verlierer gekürt werden. Dieser musste nun das Betthupferl in Form eines klaren oder auch leicht trüben, würzigen, hochprozentigen Kopfmachers spendieren.


Danach gings völlig unspektakulär ins unspektakuläre Bett und eine spektakuläre sowie nahezu schlaflose Nacht für die Zuhörer der schnarchenden Mitbewohner begann. Auch fliegende Müsliriegel oder Karminwurze konnten an der Situation nichts ändern.

 

Tag 2 „Peitlerkofel“ oder „wie lerne ich heute ein Kartenspiel“

 

Mit dickem Kopf und entsprechender Laune wachten wir somit am nächsten Tag sehr früh auf und konnten damit ebenfalls recht früh den Weg zum Peitlerkofel antreten. Nach leichtem warmtreten ging es dann doch ziemlich beschwerlich voran und dies auch noch konstant bergauf. Leider haben wir es nicht ganz bis auf den Gipfel i.H.v. 2875 Meter geschafft, da der letzte und doch im Einstieg gefährlich aussehende Klettersteig aufgrund fehlender Ausrüstung nicht genommen werden konnte. Somit fehlten uns 100 Meter zum Gipfel des Berges, welcher der höchste Berg der Peitlerkofelgruppe in den Dolomiten in Südtirol ist.

Egal, dann halt wieder runter, die Hose säubern und den Rotwein rein leeren. Übergepäck ist nie gut und es trägt sich komischerweise leichter, wenn man das Gewicht des Weines vom Rücken (Rucksack) in den Ranzen (vorne) verlagert.

In der Hütte angekommen, gleiches Spiele wie am Vortag, Einmann Dusche, 2 Mann gehen rein.

Diesmal jedoch hatten wir noch der wartenden weiblichen Bevölkerung in der Hütte eine Mitduschgelegenheit offeriert. In Anbetracht der Körpermaße (nicht Masse) der sich anbietenden Damen und der damit verbundenen höchst wahrscheinlichen Sprengung der Kabine war es jedoch besser die Flucht zum Altbewährten anzutreten, der Duschpartner vom Vortag kam wie dazu gerufen.

 

Danach kam was kommen musste: Wieder Essen, diesmal bessere Qualität, wieder Trinken, gleiche Qualität und wieder Kartenspiel, wieder niedere Qualität. Das Kreuz wird zum Schippen und einer versteht das Spiel auch nach gefühlten 50 Spielrunden nicht. Was soll man sagen, einfach den Abgang bezahlen und gut isch. Und so floss das vergorene Hochprozentige wieder in erhöhten Mengen in die Hälse von Bedienung und Teilnehmer.

Und danach kam was kommen musste: Wieder schlecht geschlafen, wieder Holzfällerarbeiten und zudem noch arschkalt im Zimmer. Was für eine tolle Nacht.


 

Tag 3 „Günther Messner Steig“ oder „auch der letzte wird heute duschen“

 

Voller Vorfreude auf die vor uns liegende Tagestortur, ja richtig gelesen, Tortur, über den Günther Messner Steig waren wir dann bei tollem Wetter sehr früh auf den schweren Beinen. Ein Steig heißt Steig, weil man dort steigen muss oder weil es was zum auf- und absteigen gibt. Das dies schon Muffesaussen verursachen kann wurde einigen erst klar, als es eigentlich schon zu spät war. Also galt nur noch, Augen auf und durch. Schwierig wars schon, hoch und wieder runter und wieder hoch, alles, was so ein Höhenweg zu bieten hat war drin. Am Seil oder der Leiter runter und dann auch wieder hoch. Viel trinken – nur Wasser – und Müslirigel in die Kante hauen, dann geht’s kurz wieder besser. Und nachdem wir schon ein bisschen ausgepowered waren wussten wir, dass wir erst die Hälfte des Weges hinter uns hatten. Nach quälenden 9 Stunden intensiven Wanderns mit atemberaubenden Bildern und Eindrücken im Kopf konnten wir unbeschadet, glücklich und kaputt in unser bekanntes Quartier einziehen.

Immerhin nahmen nun auch die letzten Duschmuffel nach 3 Tagen die Duschen in Anspruch und konnten die bereits praktizierte Multipersonenduschtechnik gekonnt zur Anwendung bringen.

 

Über den Abend sei wenig zu berichten. Auch am dritten Tag wurde das Essen nicht signifikant besser und das Kartenspiel wurde auch am dritten Tag nicht von allen verstanden. Was solls. Voller Vorfreude auf die nahende schlaflose Nacht gingen wir ins Bett und freuten uns beim Einschlafen schon aufs Aufwachen. Leider wars mit einschlafen gar nix und somit auch mit dem aufwachen nix, denn wer nicht schläft, braucht auch erst gar nicht aufzuwachen.

 

Tag 4 „Heimreise über Umwege“ oder „ein Radler kann man auch ohne Fahrrad zu sich nehmen“

 

Frühstück, zahlen, Schuhe an, Rucksack an und Absteigen. Ziemlich einfach heute. 500 km Heimreise brauchen Zeit. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen einen wunderschönen Abstecher ins Berghotel Schlemmer auf ein frisches Radler zu machen. Danach noch in eine Truckerkneipe nach Brixen in Südtirol, damit wir gestärkt die Heimreise, welche ohne weitere Zwischenfälle verlief, antreten konnten.

 

Ein wieder mal perfekt organisiertes und lustiges Wanderwochenende der TSV1892Wiernsheim Wandertruppe geht zu Ende.

Tolle Bilder, viel Spaß, Anstrengungen, Entbehrungen und der Ausblick auf das kommende Jahr bleiben verankert in den Köpfen. Leute, das war wieder mal großartig. Danke, dass es uns gibt.

Achim, Bernd, Sepp, Rudi, Klaus, Thilo, Jürgen, Peter