FC Gündelbach II - TSV 1892 Wiernsheim   1:12


Der TSV 1892 Wiernsheim ist souveräner Herbstmeister in der Kreisliga C5. Mit 10 Siegen und einem Unentschieden schrammte man dabei nur knapp an der perfekten Vorrunde vorbei. Den 12:1 Kantersieg gegen den FC Gündelbach II muss man dabei aber mit Bedacht einordnen, musste man doch schon froh sein, dass das Spiel überhaupt stattfand. Ohne Personal und ohne Kabinenschlüssel stand die Partie seitens der Mettertaler nämlich lange Zeit auf der Kippe. Auch durfte man auf der schnuckligen kleinen unteren Wiese antreten, welche eher an Torfabbau, denn an Fussball erinnerte.


Die Erfahrung aus dem Großsachsenheim-Ausrutscher ließ die Wiernsheimer aber trotz aller unterschätzenden Gedanken im Unterbewusstsein konzentriert zu Werke gehen. Nach 15 Minuten und 4 beruhigenden Toren, war aber schnell klar, dass sämtliche Sorgen unbegründet waren. Die Partie war schon beinahe unangenehm einseitig. „Kleines dickes Erol“ sorgte mit einem lupenreinen Hattrick für einen gelungenen Auftakt, ehe Kapitän Sandro Zundel aufdrehte, welcher ebenfalls 3 Treffer in Durchgang 1 erzielte. Dazwischen mogelte sich nur Linksverteidiger Chris Scharf mit einem fulminanten Solo über den kompletten Platz und einem sauberen Abschluss zum zwischenzeitlichen 5:0. Beflügelt vom neuen Schuhwerk und den damit verbundenen unfassbaren Möglichkeiten von Stollen, war dies zugleich wohl auch der schönste Treffer des Tages. Mit 7:0 ging es also in die Pause, in der Coach Köksal erstmalig in dieser Saison die Worte fehlten. Das Spiel war einfach zu surreal um zu Loben oder zu Tadeln.


Mit einigen Positionswechseln und etwas taktischer Experimentierfreude ging es in die zweiten 45 Minuten. Die Luft war allerdings größtenteils raus. Gündelbach konnte und wollte nicht mehr, Wiernsheim musste und wollte nicht mehr. Erstmal gehörte auch wieder Stürmerstar Pirrera zum Kader, welcher nach langer Pause bewies, dass er es immernoch kann. Mit 2 Treffern, davon ein blitzsauberer direkter Freistoß, trug er sich mal wieder in die Torschützenliste ein. Ebenfalls noch etwas Bock hatte sein Offensivpartner Zundel, der auch noch 2x zuschlug. Zwischenzeitlich musste man durch die einzige Offensivaktion der Blauen nach einer Ecke noch einen Gegentreffer hinnehmen. Konfus, verwirrt und gutgläubig ließ man die Heimelf dabei gewähren. Den Schlusspunkt setzte aber wieder ein Wiernsheimer: Schellin schnappte sich beim Elfmeter die Kugel und vollendete sicher zum 1:12-Endstand.


Mit der Vorrunde darf man natürlich hoch zufrieden sein. Bei nur 3 Punkten Vorsprung auf Mühlhausen kann von beruhigendem Vorsprung aber keine Rede sein. Ein Ausrutscher ist nicht drin. Es heißt also weiterhin richtig Gas zu geben und an den unendlichen kleinen und großen Schrauben zu drehen, die das Wiernsheimer Spiel noch besser machen und das riesige Potential voll ausschöpfen. Jetzt ist aber erst einmal Kabinenfest: Herbstmeisterschaft feiern, singen, tanzen…!


Es spielten: Reinhold Baral, Chris Scharf, Tobi Neubert, Domenico Vitale, Andy Wieser, Sandro Zundel, Rasim Deli, Nils Ebert, René Wendel, Kevin Gavra, Kevin Schellin, Jörg Schöbinger, Patrick Pirrera